Es wird mal wieder Zeit! Dieser Sommer überbrückt mein erstes und zweites volles Schuljahr als Lehrer. Da musste ich mal wieder etwas gönnen und habe eine kleine Motorradtour geplant.
Ich war 4 Tage unterwegs, insgesamt 656 km. Lief nicht ganz so wie geplant, aber super war es trotzdem! 😉
Die Idee war gemütlich durch den kleinen Kaukasus zu Freunden zu fahren, von dort aus einen Tagestrip zu einer Sehenswürdigkeit machen und dann die selbe Strecke wieder nach Batumi zurück. Streckenübersicht ist hier. So weit so gut, alles ist gerichtet und ich fahre morgens los.

Der erste (gelbe) Teil war fast wie erwartet. Es hat eine Weile gedauert eh man aus der Stadt raus ist, aber dann fährt man gemütlich mit 40-60 kmh den Fluss entlang, links und rechts gehen die Hügel hoch hinaus. Ich dachte nach so 2.5 Stunden lege ich eine kleine Pause ein, aber all die Dörfle hatten nur ihren kleinen Tante-Emma Laden und sonst kein Angebot, also bin ich halt weitergefahren.
Und dann wurde die Straße erneuert. Schotterweg pur, hier und da ein wenig festgefahren, aber sonst echt mega anstrengend. Für mindestens 5 km oder so. Oder mehr… schwer zu sagen. Einfach viel zu lange. Habe dann mitten drin irgendwo einfach angehalten um mal in den Büschen zu verschwinden und einen Snack zu essen.
Als das dann endlich fertig war und ich wieder Asphalt unter den Rädern hatte ging es wieder mit 60 kmh weiter über einen kleinen Bergpass, ein super bekanntes Ski-Gebiet. Auf der anderen Seite runter und nochmal 2 Stunden bis ich dann erschöpft in Akhaltsikhe ankam. Ich hätte nochmal 2.5 Stunden fahren müssen bis zu meinen Freunden, aber ich hatte den Stop dort eh schon im Kopf und habe mich dann in einem günstigen aber schönen Hotel erholt. Wie immer: Achtung Kühe!



Am nächsten Tag (rot) bin ich nur noch zu meinen Freunden gefahren, knapp 2.5 Stunden. Eine ganz tolle Strecke, gute Straßen, super schöne Landschaft, fast wie im Schwarzwald. Borjomi ist ein Kurort, mit vielen Hotels und Resorts, alles an der Straße entlang gebaut und am Fluss entlang. Von dort kommt auch eines der großen Wasser die im Laden verkauft werden. Max. Geschwindigkeit: 60 – 70 kmh.

Am Folgetag dann die blaue Tour. Eigentlich war mein Ziel ein anderes ABER mir wurde dieser Bergsee empfohlen, also dachte ich „Ich schau mal“. xD Eine spannende Fehleinschätzung. Nach Borjomi ist wieder sehr schön, von dort aus dann erstmal nach Bakuriani hoch (Bakuriani ist auch Kur- und Skiort, mit eigenem Quellwasser im Handel). Wieder sind die Straßen gut ausgebaut, sehr breit und auch nicht viel los. Das ist sowieso etwas sehr sehr angenehmes hier, bis auf ein paar Knotenpunkte waren alle Straßen stressfrei. Und da sie wie gesagt so schön breit sind, kann ich einfach echt immer allen Autos Platz machen um sicher zu überholen. (Es gibt natürlich immer Idioten: Mich hat einer auf dieser Kurvenstrecke überholt, aber richtig, komplett auf der Gegenfahrbahn. Hach, der hatte vollstes Gottvertrauen. xD)
Und dann wurde es spannend. Ich habe noch gefragt ob die Straße offen ist, und „ja ja“ ich kann da schon ans Ziel. Also fahre ich mal los aber das wurde sehr schnell wieder ein Schotterweg. Oder… naja, halt eher unbefestigte festgefahrene Naturstraße. Ich bin wieder von einer Baustelle ausgegangen, es kamen mir auch immer wieder Lastwagen entgegen (also so 4 in einer Stunde), auch vereinzelt Autos. Aber das wurde einfach nichts. xD Irgendwann kam ich aus dem Waldstück raus und wurde mit mega Landschaft belohnt und da es sich ja insgesamt gut fahren ließ, wenn auch in Parkplatzgeschwindigkeit, bin ich halt weiter. Die Zeit hatte ich ja. Bild ist inklusive Fliegen-Photo-Bombing… xD


Irgendwann kam ich dann einer Kontrollstation auf dem Pass an. Von dort gibt es eine Straße zu dem See wo ich hinwollte (ist der große See beim „m“ (von 161km) auf der Streckenübersicht.) Straße im Sinne von noch mehr Schotterweg. xD Ich habe mich dort ein wenig mit den Polizisten unterhalten (keine Ahnung warum die da oben meinen Reisepass kontrolliert haben) und bin dann erstmal mutig weitergefahren.
Aber die Strecke war dann doch etwas mehr unbequem. Hier sind keine Laster mehr gefahren und das hat man deutlich gemerkt. Die 2450 m Höhe haben es auch nicht erleichtert. Nach einer Weile halte ich an um Luft zu schnappen und etwas zu trinken. Und … dank Empfang und Beistand meiner Schwester, habe ich mich dann entschlossen umzudrehen. Es waren zwar NUR 13 km, ich war schon laut Karte halbwegs am See, wirklich!… aber meine Restkraft mussten jetzt schon für den Rückweg her. Am See gibt es nämlich auch nichts. Ein kleines Dorf, ja, mit Menschen die einem sofort helfen wenn nötig. Aber das ist halt nichts für einen Deutschen der wenigstens ein Gasthof oder Restaurant erwartet. Es waren neben mir noch andere Touris unterwegs aber in Autos und halt wenige. Also drehe ich um (aber nicht bevor ich nochmal ein Panoramabild gemacht habe. Die Schlangenkurve ist schön sichtbar auf Google Earth btw).

Und dann, der springende Abenteuer Punkt meiner Reise: Georgische Schäferhunde. Argh!
Die Hunde hier sind einfach frei. Egal wo man fährt gibt es immer welche an der Straße. 50% von diesen Hunden sind super chill. Die anderen 50% sind immer auf Alarmstufe Rot wenn sie dich als Zweiradfahrer wahrnehmen, motorisiert oder nicht. Und dann rennen sie bellend neben dir her bis sie halt aufgeben. Erst habe ich mich immer erschreckt, jetzt nehme ich das gelassen hin – sie rennen mir nämlich nicht VORS Moped.
So auch oben auf dem Pass. Die ersten Schäferhunde wollten nichts von mir, die zweiten schon. 5 Hunde sind bellend neben mir gewesen auf dem Hinweg. Auf dem Rückweg auch. Zum Glück ging es diesen groben Schotterweg etwas bergauf, aber Bock hatte ich keinen auf die blöden Tiere. Besorgt wegen der Hunde, dem unstabilen Weg etc pp passiert natürlich was sein sollte: einer der Köter beißt mich in die Wade, weil ich meinen Fuß einmal instinktiv gehoben hatte zum Gleichgewicht ausgleichen.
Herrje. Naja. Ich habe Glück und die Hunde sind 10 Sekunden später wieder weg aber ich halte definitiv nicht um zu schauen was der Schaden ist. Es tut weh aber irgendwie weniger als gedacht, vermutlich dem Adrenalin geschuldet. Ich bin dann sogar bis ganz zur Polizeistation gefahren, die von da an nur noch 1-2 km weit weg. Dort sehe ich dann das meine Motorradjeans komplett heile ist, und darunter nur ein häßlicher Bluterguss sich formt. Die Polizisten zucken mit den Schultern und deuten nach Bakuriani zwecks Krankenhaus.
Ich zucke auch mit den Schultern. Das ist ja eigentlich kein Problem, es tut mir nicht wirklich weh, die Strecke runter ist befahrbar und von Bakuriani nach Hause sind es knapp 2 Stunden. Ich komme also nach 5-6 Stunden insgesamt wieder bei meinen Freunden an. Fuß hochlegen und etwas fluchen über den Hund. xD
Tja, das hat dann meinen eigentlichen Plan etwas zunichte gemacht. Ich bin dann am nächsten Tag die langweilige aber immerhin weniger anstrengende Autobahnstrecke (grün) nach Hause gefahren. Es gab zwar eine fürchterliche Autoschlange auf den kurzen Landstraßenstrecken zwischen den befahrbaren Autobahnteilen (die ist da noch nicht ganz durchgängig fertig), aber da bin ich einfach auf dem Mittelstreifen oder dem rechten Fahrbahnrand an den Autos vorbei gefahren. Es war einfach zu heiß sich an theoretische Regeln zu halten.
Und so komme ich abends wieder in Batumi an. Erschöpft und zufrieden, mit tollen Natureindrücken und einer Geschichten zum Erzählen. 😉
























































































































